Chronik des Musikverein Berg e.V


Hinweis zum Gründungsjahr des Musikvereins Berg e.V.:

Die Musikkapelle Berg formierte sich das erste Mal in den Jahren von 1920 – 1922. Bereits 1922 war die Kapelle bei einigen weltlichen und kirchlichen Auftritten im Einsatz und es wurden Vorbereitungen für die Gründung eines Musikvereins getroffen. Deshalb wurde zum Beispiel das 40jährige Bestehen bereits 1962 gefeiert. Bis zum 75jährigen Jubiläum 1997 wurde dieser Modus beibehalten. Die Gründungsversammlung und damit die offizielle Gründung des Musikvereins Berg fand am 11. Februar 1923 statt. Dieses Gründungsjahr ist auch im Vereinsregister und bei allen Verbänden hinterlegt. Deshalb werden die Vereinsjubiläen seit dem 90jährigen Bestehen immer auf das Gründungsjahr 1923 zurückgeführt.



Am 20. Oktober 1920 fand in Berg die erste Musikprobe statt. Josef und Max Pfeiffer (Hartmannhof) sowie Max und Anton Pfeiffer (Zuberg), Karl Seybold (Ettishofen), Alfons Wiggenhauser (Kasernen) Josef Kordeuter (Basenberg) und Fritz Klein (Bachmaier), allesamt musikbegeisterte Herren aus der Gemeinde, waren an diesem Tage zum Musizieren zusammengekommen. Nach und nach gesellten sich 12 weitere Musiker hinzu, so dass 1923, im Gründungsjahr des Musikvereins, die Kapelle bereits 20 Aktive zählte.
Bald darauf gehörten dem Musikverein 59 Mitglieder an, die Anton Fischer (Kernen) zu ihrem ersten Vorsitzenden wählten. Als stellvertretenden Vorstand und Schriftführer gehörte Anton Wiggenhauser (Ettishofen) und Kassier Lorenz Berger (Ettishofen) der Vorstandschaft an. Dirigent war Walter Kloos aus Weingarten.

Die Gründerzeit war Inflationszeit: das Geld verlor an Wert und doch mussten Instrumente angeschafft werden. Allein der große Bass kostete 1 Mio. Mark. Leisten konnten sich ihn die jungen Berger Musikanten nur, weil sich die damalige Darlehenskasse spendabel zeigte. Der Mitgliedsbeitrag betrug 500 Mark. Zu auswärtigen Auftritten fuhren die Berger Musiker damals mit dem vollgummibereiften Lastwagen der ortsansässigen Ziegelei Eyrich. Der Krieg machte dann dem blühenden Vereinsleben ein Ende. Erschwerend für die Musikkapelle kam hinzu, dass nicht nur viele Musiker in den Krieg mussten, sondern 1938 auch ihr Lehrer, Musikmeister Kloos, verstarb. Josef Pfeiffer vom Hartmannhof übernahm den Dirigentenstab.

Nach dem Krieg mobilisierte Georg Köberle aus Weiler (seit 1937 Vize-Vorsitzender, Schriftführer und Kassier) die Reorganisation des Vereins. Im Februar 1953 wurde Willi Papert, ein Profi-Musiker aus dem Egerland, der in Oberzell eine neue Heimat gefunden hatte, Dirigent der Berger Kapelle. Seinem fachlichen Können verdankte der Verein einen ungewöhnlichen Aufschwung. Papert blieb bis 1958, überließ dann den Dirigentenstab Wendelin Wellhäußer, welcher die Berger 15 Jahre lang leitete.

Am 04. April 1960, also 15 Jahre nach Kriegsende, fand eine Vereinsneugründung statt. Der damalige Bürgermeister, Sigmund Winter, löste Matthäus Roth als Vorsitzenden ab, der während all der schweren Vereinsjahre zusammen mit Georg Köberle sen. die Musikfreunde in Berg zusammengehalten hatte. Der Gründungsvorstandschaft gehörten damals Georg Leser (2. Vorsitzender), Georg Köberle sen. (Kassier), Karl Haller, Fritz Roth, Fritz Klein, Bruno Wiggenhauser, Wendelin Wellhäuser, Josef Veeser und Heinrich Kesenheimer an.

1962 findet das 40-jährige Bestehen mit Fahnenweihe statt, mit Gästen aus Frankreich (Harmonie des Ateliers de Mohon) und Österreich (Musikkapelle Schoppernau).
1965 fand erstmals in Baur's Obstgarten hinter dem Hof Gessler ein „Bergfest“ statt. Gangolf und Paula Baur vom Gasthof ,,Zur Sonne" zeigten sich als überaus große Förderer des Musikvereins. Das Fest ist zu einer festen Einrichtung geworden und längst weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.

Im Mai 1966 gründete Papert die Tanzkapelle „Berger Dorfmusikanten“ (früher die 4-Mann-Band „Blaue Jungs“) und gilt als „geistiger Vater der Dorfmusikanten". Nach mehrmaligen „Verjüngungskuren“ spielen die „Berger Dorfmusikanten“ heute immer noch auf.
Beim Rutenfest 1966 wurde erstmals die neugeschneiderte Tracht eingeweiht. Man entschloss sich für schwarze Lederhosen, blaue Janker, rote Westen und Haferlschuhe.

Von 1970 – 1972 war Kurt Bölle ist erster Vorsitzender des Musikvereins. Außerdem nahm die Musikkapelle 1970 bei den Wertungsspielen beim Kreismusikfest in Ravensburg teil. Sie erreichte in der Mittelstufe den 1.Rang mit Auszeichnung.
1972 übernahm Anton Walz das Amt des ersten Vorsitzenden des Vereins.

1973 kehrte Papert zurück, hatte zwischenzeitlich aber nie den Bezug zu Berg verloren. Er komponierte und arrangierte eigens für die Trachtenkapelle.

1977 zog sich Papert aus gesundheitlichen Gründen zurück und übergab den Taktstock an Georg Köberle aus Weiler.

1979 nahm die Trachtenkapelle bei den Wertungsspielen beim Kreismusikfest in Baienfurt teil. Sie erreichte in der Mittelstufe den 1.Rang.

1982 feierte der Musikverein sei 60-jähriges Bestehen.
Außerdem nahm die Musikkapelle 1982 bei den Wertungsspielen beim Kreismusikfest in Mochenwangen teil. Sie erreichte in der Mittelstufe den 1.Rang mit Auszeichnung.

1986 nahm die Trachtenkapelle bei den Wertungsspielen beim Kreismusikfest in Baindt teil. Sie erreichte in der Mittelstufe den 1.Rang mit Auszeichnung.

1988 übergab Anton Walz das Ehrenamt des Vorsitzenden an Werner Gälle. Anton wurde später zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1990 nahm die Trachtenkapelle bei den Wertungsspielen beim Kreismusikfest in Bergatreute teil. Sie erreichte in der Mittelstufe den 1.Rang.

1991 besuchte Berg als erste deutsche Musikkapelle die Stadt Brest in Weißrussland, die Partnerstadt des Gemeindeverbands Mittleres Schussental. Mit einem 5-tägigen Aufenthalt wurden die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Trachtenkapelle und der russischen Tanzgruppe ,,Brestschanka" bei Ausflügen, beim gemeinsamen Grillen und dem Nationalgetränk Wodka vertieft.
Im Herbst 1992 wurde Georg Köberle mit der goldenen Dirigenten-Ehrennadel ausgezeichnet.

1994 wurde der „Förderverein für Jugendausbildung des Musikvereins Berg e.V.“ neu gegründet.

1995 nahm die Trachtenkapelle bei den Wertungsspielen beim Kreismusikfest in Wolpertswende teil. Sie erreichte in der Mittelstufe die Note „sehr gut“.

1996 erhielt der Musikverein Berg die Ehrenurkunde für die fünfzigste Teilnahme beim Blutritt in Weingarten.

1997 wurde das 75-jährige Vereinsjubiläum gefeiert.

2000 übernahm Andreas Schwegler das Amt des ersten Vorsitzenden von Werner Gälle. Werner wurde später zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Im Dezember 2003 gab Georg Köberle den Dirigentenstab nach über 27 Jahren an seinen Nachfolger Sascha Hugger aus Altshausen weiter. Georg ist der Kapelle aber weiterhin verbunden und spielt noch heute sein Tenorhorn.

Das neue Probelokal unterhalb der Festhalle wurde im April 2005 eingeweiht.
Im Juli 2005 nahm die Trachtenkapelle am Wertungsspiel beim Kreismusikfest in Haisterkirch teil. Sie erreichten dabei das Prädikat: mit hervorragendem Erfolg teilgenommen und erhielten 93,5 von 100 Punkten.

Im Jahr 2006 wurde das 40. Bergfest groß gefeiert.

Beim Kreismusikfest 2007 in Altshausen nahm die Trachtenkapelle, unter Leitung von Sascha Hugger zum ersten Mal in der Oberstufe am Wertungsspiel teil. Auf Anhieb erreichte sie die Note „sehr gut“.

2009 starb der Vorsitzende Andreas Schwegler sehr plötzlich und unerwartet. Sein Nachfolger wurde Tobias Bott.

Beim Kreismusikfest 2011 in Baindt erreichte die Musikkapelle wiederum die Note „sehr gut“ unter der Leitung von Sascha Hugger in der Oberstufe.
Am Herbstkonzert 2011 übernahm Markus Frankenhauser die musikalische Leitung der Trachtenkapelle Berg von Sascha Hugger.

Im Jahr 2013 feierte der Musikverein seinen 90. Geburtstag. Dieses Jubiläum wurde mit zahlreichen Veranstaltungen über das Jahr verteilt bestritten. Unter anderem fand 2013 der Tag der Bläserjugend des Kreisverbandes, ein Jubiläumsabend und ein Jubiläumskonzert statt. Natürlich stand auch das Bergfest ganz im Zeichen von 90 Jahren Musikverein Berg. Jubiläumspin-Aktion, eine gewonnene Flötenwette mit der Schwäbischen Zeitung und zahlreiche Jubiläumsangebote prägten das Bergfest 2013.

Im März 2015 stellte sich der Vorsitzende Tobias Bott nach sechsjähriger Tätigkeit aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl. Sein Nachfolger wurde der bisherige Schriftführer Reinhold Köberle.
Im Frühjahr 2015 begannen die Einbauarbeiten des Weinfasses aus der Ende 2014 geschlossenen Gaststätte „Hubertus“ ins Probelokal des Musikvereins. Das Weinfass wurde von Paul Köberle gestiftet und ist das Herzstück der neu errichteten „Hubertusstube“ im Untergeschoss des Probelokals.
Beim Wertungsspiel anlässlich des Kreisverbandsmusikfestes in Bergatreute im Juni 2015 konnte sich die Trachtenkapelle Berg unter Leitung von Markus Frankenhauser ein „hervorragend“ in der Kategorie „Oberstufe“ erspielen, das bisher beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte.
Im September 2015 nahm die Trachtenkapelle zum ersten Mal am Festumzug des Canstatter Volksfestes in Stuttgart teil.
Im Dezember 2015 verstarb der langjährige Obmann und aktive Klarinettist Erwin Beck plötzlich und unerwartet.

Im April 2016 fand die 1.Berger Hitparade, ein Unterhaltungsabend mit Showelementen, in der Festhalle Berg statt und wurde ein voller Erfolg.
Im August 2016 konnte der Musikverein Berg das 50.Bergfest feiern. Das Jubiläum wurde mit verschiedenen Aktionen, z. Bsp. einem Musikantenkalender umrahmt.

Im unteren Stock des Probelokals konnte im März 2018 nach langen Umbauarbeiten die Hubertusstube feierlich eingeweiht werden. Dort stehen nun das Weinfass und die große Eckbank aus dem ehemaligen "Haus Hubertus".
Im Juni 2018 nahm die Trachtenkapelle am Wertungsspiel in Haidgau teil. Zum ersten Mal spielte sie im Modus Stundenchor in der Kategorie "Oberstufe" und konnte wiederum die Wertung "hervorragend" erspielen.
Beim Weinfest in Riol im August 2018 konnte der Musikverein die 30-jährige Freundschaft mit der Winzerkapelle Riol an der Mosel feiern.

Im April 2019 fand die 2. Berger Hitparade in der Festhalle statt. Der Unterhaltungsabend wurde eingeleitet von einer lustigen Videoproduktion, an der fast alle Musikanten beteiligt waren.
Im Mai 2019 umrahmte die Trachtenkapelle am Blutritt in Weingarten als erste Kapelle überhaupt den Blutreitergottesdienst um 5 Uhr morgens musikalisch und beginnt somit eine Tradition.

Von März 2020 – Frühjahr 2022 zwang die Coronapandemie den Musikverein Berg, sowie die ganze Gesellschaft, zu mehreren Zwangspausen.
2020 entfiel deshalb der Blutritt in seinem bisherigen Rahmen, als auch das Bergfest. Um trotzdem das Bergfest in kleiner Form zu feiern, fand eine Musikprobe mit Fahnenhissen auf der Bergfestwiese statt. Am Bergfestfreitag wurde am Probelokal Wurstsalat zum Abholen verkauft.

Januar 2022: Mithilfe des IMPULS-Förderprogramms wurde die Digitalisierung der Vereinsarbeit vorbereitet. Das Probelokal erhielt einen Internetanschluss. Zudem wurden Beamer, Leinwand und Bildschirm installiert.

Im Jahr 2023 konnte der Musikverein sein 100-jähriges Jubiläum feiern. Als Auftaktveranstaltung gab es ein Geburtstagskonzert im März mit der namhaften Gruppierung „Harmonic Brass“ in der Festhalle.
Ende April hielt der Verein seinen feierlichen Festabend mit befreundeten Vereinen, Politikern und Ehrengästen ab.
Der Tag der Bläserjugend war im Mai zu Gast in Berg. Den ganzen Tag über fanden Wertungsspiele statt, das KVJBO beschloss den Tag mit einem Konzert in der Festhalle.
Das Jubiläums-Bergfest wurde trotz widrigen Wetterverhältnissen ein voller Erfolg.
Im September 2023 spielte die Trachtenkapelle Berg wieder beim Schützenfest in Tramin auf.
Beim Jubiläumskonzert im November begeisterte die Jugend- und Trachtenkapelle die Zuhörer mit einem ganz besonderen Programm. Einige Solisten, u.a. mit Alphörnern zeigten ihr Können; außerdem gab es das Märchen „Max& Moritz“ auf ganz spezielle Weise zu hören.

2024 fand die 3.Berger Hitparade statt, bei der das Publikum mit Luftballons, einigen Gesangseinlagen und weiterer Showelemente begeistert werden konnte.
Zudem feiert der Förderverein für Jugendausbildung des Musikvereins Berg sein 30-jähriges Bestehen.